Vernetzte Fahrzeuge
Sobald Fahrzeuge Daten mit externen Systemen austauschen, reicht eine Bewertung auf Hardwareebene nicht mehr aus. Systemarchitektur, Datenflüsse und Nutzungsszenarien müssen gemeinsam betrachtet werden.
Mit der Weiterentwicklung der Fahrzeugtechnik ist Cybersicherheit längst nicht mehr nur ein IT-Thema, sondern ein wesentlicher Bestandteil der Typgenehmigung. UNECE R155 und das Cyber Security Management System (CSMS) sollen sicherstellen, dass Hersteller Cyberrisiken über den gesamten Fahrzeuglebenszyklus steuern können. Anemon Engineering hilft, diese Anforderungen verständlich und beherrschbar umzusetzen.
Moderne Fahrzeuge bestehen nicht mehr nur aus mechanischen Systemen. Softwareaktualisierungen, vernetzte Dienste, Fernzugriff und Datenkommunikation ermöglichen neue Funktionen, bringen aber zugleich zusätzliche Sicherheitsrisiken mit sich.
UNECE R155 ist eine UN-Regelung, nach der Hersteller diese Risiken systematisch steuern müssen. Gefordert werden sowohl ein Cybersecurity-Managementsystem auf Unternehmensebene als auch Nachweise dafür, dass Cyberrisiken beim jeweiligen Fahrzeugtyp beherrscht werden.
Ziel ist nicht nur die Abwehr bestimmter Angriffe, sondern die Steuerung von Cyberrisiken über den gesamten Fahrzeuglebenszyklus.
Sobald Fahrzeuge Daten mit externen Systemen austauschen, reicht eine Bewertung auf Hardwareebene nicht mehr aus. Systemarchitektur, Datenflüsse und Nutzungsszenarien müssen gemeinsam betrachtet werden.
Softwareaktualisierungen aus der Ferne beschleunigen den Produktlebenszyklus und erhöhen zugleich die Bedeutung von Änderungsmanagement, Versionskontrolle und sicherer Bereitstellung.
Mit zunehmender Kommunikation innerhalb und außerhalb des Fahrzeugs werden Integrität, Autorisierung, Rückverfolgbarkeit und Vertraulichkeit Teil der Typgenehmigungsvorbereitung.
Service-, Flottenmanagement- und Connected-Service-Funktionen können Fernzugriffspunkte schaffen, die risikobasiert bewertet werden müssen.
Die Softwarebeziehungen zwischen Steuergeräten, Fahrerassistenzsystemen und elektronischen Modulen stehen im Zentrum der Cybersecurity-Betrachtung.
Der konkrete Umfang unterscheidet sich von Projekt zu Projekt. Jedes Vorhaben muss individuell bewertet werden.
Bei neuen Typgenehmigungen, Erweiterungen eines Fahrzeugtyps oder Änderungen des Zielmarkts ist die Anwendbarkeit von UNECE R155 projektspezifisch zu prüfen.
Änderungen am Basisfahrzeug können elektronische Systeme, vernetzte Funktionen oder Verantwortlichkeiten in der Typgenehmigung beeinflussen.
Wenn mehrere Hersteller Verantwortung tragen, müssen Cybersecurity-Auswirkungen und Pflichten eindeutig zugeordnet werden.
Elektrischer Antrieb, Batteriemanagement, Ladeinfrastruktur und Softwarefunktionen erweitern den Umfang der Cybersecurity-Bewertung.
Komponentenhersteller und Systemlieferanten können über Lieferantenmanagement, technische Nachweise und Änderungsverfolgung in den Prozess eingebunden sein.
Vernetzte Funktionen, Datenplattformen und Fernzugriffsszenarien erfordern bei der Vorbereitung auf UNECE R155 und CSMS besondere Aufmerksamkeit.
Ein CSMS ist kein Dokument, das erstellt und anschließend archiviert wird. Es ist ein unternehmensweit wirksames Managementsystem. Risikoerkennung, Ereignismanagement, Überwachung von Lieferanteneinflüssen und Änderungskontrolle gehören zu diesem System.
Beide Rahmenwerke werden häufig gemeinsam betrachtet, sind jedoch nicht identisch.
| Thema | UNECE R155 | ISO/SAE 21434 |
|---|---|---|
| Zweck | Definiert den regulatorischen Ansatz für CSMS und Fahrzeug-Cybersicherheit im Rahmen der Typgenehmigung. | Bietet einen Engineering-Rahmen für Prozesse der Fahrzeug-Cybersicherheit. |
| Anwendungsbereich | Bezieht sich auf das Managementsystem des Herstellers, den Fahrzeugtyp und die der Genehmigungsbehörde vorzulegenden Nachweise. | Konzentriert sich auf Produktentwicklung, Risikoanalyse, Verifikation und Engineering-Aktivitäten über den Lebenszyklus. |
| Schwerpunkt | Regulatorische Konformität, CSMS, Fahrzeuggenehmigung und Herstellerverantwortung. | Engineering-Methoden, Bedrohungsanalyse, technische Maßnahmen und Prozessreife. |
| Lebenszyklus | Erwartet ein Managementsystem, das Entwicklung, Produktion, Nutzung, Service und Änderungen am Fahrzeug abdeckt. | Beschreibt Cybersecurity-Engineering-Aktivitäten vom Konzept bis zur Außerbetriebnahme. |
| Praktische Anwendung | Zentraler regulatorischer Rahmen für Typgenehmigung und Compliance-Vorbereitung. | Engineering-Referenz zur Unterstützung der Umsetzung von UNECE R155 und CSMS. |
Unkontrollierter Zugriff auf Fahrzeugsysteme oder Serviceschnittstellen kann erhebliche Folgen für funktionale Sicherheit und Datenintegrität haben.
Veränderte Fahrzeugdaten können das Vertrauen in Diagnose, Flottenmanagement, Fahrerassistenzsysteme und Konformitätsnachweise beeinträchtigen.
Arbeiten elektronische Systeme nicht wie vorgesehen, kann dies Fahrzeugverfügbarkeit, Kundenerlebnis und Sicherheitswahrnehmung beeinflussen.
Cybersecurity-Ereignisse können Produktion, Service, Garantie und Feldmaßnahmen unmittelbar beeinträchtigen.
Unvollständige CSMS-Vorbereitung oder unzureichende Nachweise können in der Typgenehmigung zu Verzögerungen und Revisionen führen.
Cybersecurity-Schwachstellen können langfristige Folgen nicht nur technisch, sondern auch für Markenvertrauen und Kundenbeziehungen haben.
Fahrzeugtyp, elektronische Architektur, Lieferantenstruktur, Zielmarkt und Reifegrad der vorhandenen Dokumentation werden gemeinsam bewertet.
Anhand von UNECE R155, GSR II und dem konkreten Projektumfang wird bestimmt, welche Anforderungen relevant sind.
Auf Grundlage des aktuellen Reifegrads wird ein praktikabler, stufenweiser und auditierbarer Fahrplan für das Cybersecurity-Managementsystem entwickelt.
Für Richtlinien, Prozesse, Aufzeichnungen, Risikobewertungen, Änderungsmanagement und Lieferantennachweise wird eine geordnete Struktur aufgebaut.
Fahrzeug-Cybersicherheit, Systemfunktionen und Anforderungen an die technische Dokumentation werden aus Engineering-Sicht bearbeitet.
Wir begleiten Antragsvorbereitung, Nachweisaufbau, technische Erläuterungen und Prozesskoordination über das gesamte Projekt.

UNECE-R155- und CSMS-Vorbereitung ist keine isolierte Dokumentationsaufgabe, die nach Abschluss der Produktentwicklung ergänzt wird. Werden Fahrzeugarchitektur, Lieferantenbeziehungen, Softwareänderungen und technische Nachweise früh geplant, wird der Prozess belastbarer.
Werden Cybersecurity-Auswirkungen erst am Ende der Entwicklung berücksichtigt, können Architekturänderungen, Testwiederholungen und Dokumentationsrevisionen zunehmen.
Selbst wenn Prozesse praktisch funktionieren, führt eine unklare Nachweisstruktur in Typgenehmigung und Audit zu zusätzlichem Erklärungsbedarf.
Werden Änderungen von Komponenten- und Softwarelieferanten nicht verfolgt, wird die CSMS-Kette geschwächt.
Allgemeine Risikolisten erfassen möglicherweise weder die projektspezifischen Bedrohungen noch die tatsächlich erforderlichen Kontrollen.
Feldaktualisierungen, Softwarerevisionen und neue Funktionen müssen hinsichtlich ihrer Cybersecurity-Auswirkungen neu bewertet werden.
GSR II führt neue Fahrzeugsicherheitssysteme und Leistungsanforderungen ein, während UNECE R155 und das CSMS auf die Steuerung von Cyberrisiken im Fahrzeug ausgerichtet sind. In der Typgenehmigung müssen diese Bereiche häufig gemeinsam betrachtet und Fahrzeugkategorie, Zielmarkt, Umfang der elektronischen Systeme sowie Herstellerverantwortung richtig eingeordnet werden.
Die Anforderungen gelten nicht für jeden Hersteller im gleichen Umfang. Fahrzeugtyp, Systemarchitektur und Zielmarkt müssen gemeinsam bewertet werden.
UNECE R155 ist eine UN-Regelung zur systematischen Steuerung von Cyberrisiken über den Fahrzeuglebenszyklus. Hersteller müssen nicht nur einzelne technische Maßnahmen, sondern auch ein organisatorisches System zum Umgang mit diesen Risiken nachweisen.
CSMS steht für Cyber Security Management System. Es umfasst unter anderem Risiko-, Ereignis-, Lieferanten- und Änderungsmanagement sowie kontinuierliche Verbesserung.
Der Umfang hängt von Fahrzeugkategorie, Zielmarkt, elektronischen Systemen, vernetzten Funktionen und Typgenehmigungsstrategie ab. Jedes Projekt muss daher einzeln bewertet werden.
ISO/SAE 21434 und UNECE R155 sind nicht identisch. Die Norm ist eine wichtige Referenz für das Cybersecurity-Engineering von Fahrzeugen und kann die Vorbereitung auf R155 und CSMS praktisch unterstützen.
GSR II erweitert den Rahmen der Fahrzeugsicherheit; UNECE R155 und das CSMS behandeln die Steuerung von Cybersecurity-Risiken. In der Fahrzeuggenehmigung dürfen diese Themen nicht isoliert betrachtet werden.
Ja. In bestimmten Aufbau- und mehrstufigen Genehmigungsprojekten können elektronische Systeme, vernetzte Funktionen oder Änderungen am Basisfahrzeug Auswirkungen im Sinne von UNECE R155 haben.
Anemon Engineering unterstützt bei Ist-Analyse, Anforderungsbewertung, CSMS-Fahrplan, Dokumentationsstruktur, technischer Vorbereitung und Typgenehmigung.
Gemeinsam untersuchen wir die Auswirkungen von UNECE R155 und CSMS auf Ihr Projekt und entwickeln den passenden Fahrplan.